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Community Contest, Colona die geplagte Stadt

Timba
(@timba)
Mitglied Admin

Ein neuer Contest, wieder passend zur aktuellen Situation die uns alle beschäftigt. Vollendet die Geschichte, erzählt wie es in der Welt von Ashes of Creation laufen könnte. Es gibt wie immer etwas kleines zu gewinnen, alle die nicht in der Gilde sind, schickt mir bitte per Mail (tps.iphone@gmail.com) eure Kontaktdaten.

Einsendeschluss: 19.04.2020

Colona, einst eine wunderschöne Stadt, mit sprudelnden Brunnen und blühenden Pflanzen in jeder Straßenkreuzung. Tausende Menschen gingen hier ihrem Beruf nach, betrieben Handel und schrieben Quests für Abenteurer aus.

Nun hängt der süßliche Geruch des Todes in der Luft, die Augen tränen von beißendem Rauch, der durch die Straßen zieht. Nur noch wenige Menschen sieht man durch die Straßen huschen, meist mit dicken, nassen Tüchern vor Mund und Nase. Der Tod klopfte bereits an den meisten Türen, die Stadt war dem Untergang geweiht. Mit jedem Toten, mit jedem letzten Seufzer der Sterbenden starb auch die Hoffnung auf Heilung.

Ihr steht am Fuße einer riesigen Kirche und eine Schwester des Ordens steuert auf euch zu. Sie schwankt und stützt sich an der Wand ab. Schwer keuchend bleibt sie vor euch stehen. Ihr Atem ist stoßweise und in ihren Augen erkennt ihr das Fieber der armen Frau. Sie bittet euch zu folgen.

Ihr folgt ihr in die Kirche und erkennt mit Schrecken, dass die Kirche zu einem Lazarett für die sterbenden Kinder der Stadt Colona umgebaut wurde. Ihr bahnt euch euren wegen zwischen den kleinen zuckenden Leibern und versucht die wimmernden und röchelnden Laute zu ignorieren. Kleine Hände greifen in eure Richtung und versuchen euren Umhäng zupacken.

Ihr kommt an den Altar, an dem sich die Priesterin abstützt, sie schiebt euch ein Medaillon zu. Ihr betrachtet es und erkennt ein feines goldenes Kreuz, das in einem Rubin zu schwimmen scheint. Eine magische Aura umgibt den Anhänger der Kette. Sie richtet ihr zitternde Stimme an euch.

Bitte nehmt das Amulett, das Kreuz im inneren wird euch beschützen, hoffe ich. Ihr seid gesandt worden, um den Fluch und die Krankheit von uns zu nehmen. Bitte. Bitte helft uns und den Kindern, sie alle haben bereits ihre Familien verloren oder wurden von ihren Eltern zurückgelassen. Bitte helft uns….

Dieses Thema wurde geändert Vor 1 Jahr von Timba
Dieses Thema wurde geändert Vor 12 Monaten 2 mal von Timba
Zitat
Themenstarter Veröffentlicht : 23/03/2020 10:58 am
Schlagwörter für Thema
Kyuhai
(@kyuhai)
New Member

Kritik und Anregungen sind gerne als PN gesehen.

schwarz = eigene Gedanken
orange = narrative Erzählung

Colona – Im grauen Elend

 

 

Mir war schon klar, dass Colona gerade eine schlimme Situation durchlitt, aber das es sich in den paar Wochen in so ein Chaos und Elend entwickelt hatte, das wussten selbst die Boten und Bittsteller nicht, als sie erzählten dass ihre Stadt einer Epidemie ein heimgefallen ist.

Mein Plan war zwar ein anderer, aber eine solche Situation kann ich einfach nicht ignorieren. Dieses Elend der Kinder bedrückt mich zutiefst, und gleichzeitig führt mir klar vor Augen, wieso ich überhaupt erst meine Lehre als Naturheiler begonnen habe. Aber kann ich der Bitte der Schwester wirklich gerecht werden, wo doch alle vor mir schon versagt haben?

Ach! Schon wieder dieser Selbstzweifel! NEIN! Ich entschied dem kein Gehör mehr zu schenken, diese Zeiten sind rum. Wer will sich denn von einem von Selbstzweifeln beunruhigten Heiler helfen lassen? Gut, also erst mal die Kinder!

 

Entschlossen nahm ich den Blick der Schwester entgegen

Kyuhai: „Schwester, ich weiß überhaupt nicht, wo ich mit der Suche Anfangen soll,...“

Ihr Blick trübte sich sofort, ehe ich meinen Satz beenden konnte, und ich spürte wie sie die Kraft verließ, mit welcher sie mir das Medaillon in die Hände gedrückte

Ich umgriff nun ihre Hände, um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen

Kyuhai: „... aber ich werde suchen, und zwar mit aller Kraft! Aber zuerst müsst Ihr mir hier etwas zur Hand gehen, so werde ich die Kinder nicht zurücklassen!

Sofort hellte sich ihr Gesicht in ein erleichtertes Lächeln auf, bevor es den Platz mit begründeter Verwirrung tauschte

Schwester: „ Aber, was wollt Ihr denn jetzt gegen dieses Leid unternehmen?“

Ich nahm mir meinen Rucksack von der Schulter und fing zeitgleich zu meiner Bitte an die entsprechenden Kräuter und das Harz für die Mischung herauszuholen

Kyuhai: „Es ist nicht viel, aber für den Moment wird es helfen. Stellt bitte 3 eurer größten Räucherschalen im Saal auf. Eine in der Mitte des Altars und
zwei jeweils mittig an den Flanken. Dazu bringt ihr bitte hinter dem Altar einen großen Topf Wasser zum kochen, aber bloß so heiß, dass es leise vor sich hinköchelt,... oh und bitte trinkt das hier! Es wird euch helfen und euch stären, naja zumindest für heute Abend.

Ich hielt ihr eine kleine, leicht verzierte Phiole mit Edelmut entgegen. Verflucht teuer dieses Zeug und sehr Limitiert in seiner Herstellung, da nicht viele um dessen Rezept wissen, Ich leider genauso wenig. Aber der elitäre Handel damit ist angesichst seiner Wirkung ganz klar angemessen, soll es Erzählungen zu Folge einen voll erschöpften Krieger für 24 Stunden so stark wie eine Truppe aus 50 Mann machen
Mit sehr skeptischem Blick betrachtete sie die von mir dargebotene Phiole mit dem hellblau, klarflüssigem Edelmut

Kyuhai: „Nein, macht euch keine Sorgen ich will doch nicht vergiften! Seht,...“

Ich tröpfelte mir einen Tropfen auf die Haut zwischen gespanntem Zeigefinger und Daumen und leckte es als Beweis meiner guten Absicht ab

Kyuhai: „... es wird Euch nicht schaden, ganz im Gegenteil, es wird helfen!“

Schwester: „Auf euer Wort...“

Zaghaft und gebrechlich wie sie war nahm sie das Edelmut und trank die Phiole aus. Und obwohl es kaum einen halben Schluck viel war, stöhnte sie so genüsslich aus, wie ein Zwerg, der gerade seinen Krug geleert hatte und ich versteh sie!
Alleine die wenigen Tropfen die ich mir von der Hand schleckte fühlten so an wie ein Wind der durch meinen Mund weht. Mit einen verwartungsvollem, leichtem Lächeln inspizierte ich sie neugierg, denn ich hatte noch nie jemanden auf Edelmut gesehen.

Kyuhai: „Nun? Wie ist es?“

Schwester: „Es ist …, ich hab, … . Ich werde mich jetzt sputen und alles vorbereiten wie Ihr es gewünscht habt.

Kyuhai: „Moment, die Phiole bitte!“

Schwester: „Ach ja, entschuldigt.“

Ich nahm die Phiole wieder entgegen und merkte an ihren weiten hellen Augen, dass sie überhaupt nicht wusste, was gerade mit ihrem Körper passierte. Nunja genau kannte ich das Gefühl selbst ja nicht, aber ich Sah dass es wirkte, UND WIE SCHNELL! Wo sie gerade noch taumelte und sich am Altar abstütze, ging sie nun sicheren Schrittes in die Hinterzimmer.

Sagenhaft! Und jetzt die Mischung. Oh mann, das wird nicht der einfachste Start und vor allem mit dieser dringlichen Angelegenheit im Nacken,wollte ich doch die Kräuter auf dem Markt vertreiben. Diesbezühlich muss ich mir jetzt was anderes einfallen lassen.*seufz*

Ich merkte zwar, dass die Schwester durch den Saal schritt um alles so anzuordnen wie ich es ihr beschrieb, sah mich nach ihr aber nicht mehr um, da ich ja wusste es würde ihr durch das Edelmut schon gut gehen, doch als ich fertig mit den Mischung war, und sie in Beuteln aufgeteilt hatte, war ich doch überrascht, zu welcher Erscheinung die Schwester nun aufgeblüht war! Die Blässe und der graue Schleier war ihrem körper komplett einer gesuden Hautfarbe gewichen, sie hatte sich in der Zeit sogar umgezogen und wie es scheint auch eine Katzenwäsche abgehalten. Geil! Wie sehr ich mich schon auf meine eigene Erfahrung mit Edelmut freue! Ich bemerkte auch schon das leise Köcheln hinter dem Altar. Gut es war alles bereit. Ich schulterte meinen Rucksack und nahm zwei der Beutel auf und reichte einen der Schwester.

Kyuhai: „ Streuen Sie den Beutel mit mir im Takt in die Schale auf der anderen Seite; und Schwester, kennen Sie ein angenehmes Schlaflied? Das

werden wir gleich brauchen.“

Auf die Frage hin nickte sie und machte sich auf den Weg zur Räucherschale.
Nachdem wir Aufstellung bezogen hatten schob ich mir aus meiner Westentasche noch so unbemerkt wie möglich ein Coca-Blatt in den Mund, um dem Effekt meiner eigenen Räuchermischung gleich nicht zu erliegen. Dann gab ich das Zeichen und auf ein leises knistern, folgten dicke, gemächliche Rauchschwaden die sich gemütlich den Weg gen Decke bahnten. Nach wenigen Sekunden überdeckten die getrockneten Kräuter den vorherrschenden Muff der ungewaschenen Kinder mit dem Duft frischen Frühlings, als ob der Saal mit frisch gesprossenen Blüten ausgeschmückt wäre. Kaum eine Minute verging und das Murmeln und Wehklagen der Kinder wurde ruhiger, als alle allmählich den angenehmen Duft wahrnahmen.
Gemeinsam gehen wir zum Altar und sowie ich beginne die Mischung hin einzustreuen nicke ich ihr als Zeichen für das Schlaflied zu. Sie stimmt an, und zusammen mit der ersten Strophe vermischen sich die Kräutermischungen und dämmen den Raum nun mit ihrem schweren, süß-würzigem Duft. Und plötzlich fiel mir auf was für eine friedliche Idylle sich aus dem Gesang der Schwester, dem verführerischen Rauch und den Schlummernden Kinder ergab, und mir wurde auf´s Neue klar, wie schön und angenehm Frieden und Harmonie sich anfühlen, was meine Inspiration für meinen Werdegang hell aufleuchten lies. Obwohl ich vom Glauben an die Götter nicht besonders viel halte, muss ich vor den Gesangskünsten der Schwester meinen Hut ziehen. Die jahrelange Übung im Gesangschor des Ordens kann sich wirklich hören lassen! Nach Entleeren des Beutels trat ich neben die Schwester, harte aus, bis sie die letzte Strophe gesungen hatte, und wand mich ihr zu.

Kyuhai: „Schwester, Ich kann mir vorstellen dass die Ordensspenden dieser Tage kaum üppig ausfallen werden, darum nehmt das und besorgt Brot und
Zutaten für reichhaltige Eintöpfe. Zudem überwacht die Kinder, dass sie täglich eine ordentliche Menge Wasser trinken, wascht ihre Kleidung und die kleinen gleich mit, mindestens einmal in der Woche, verräuchert, sofern ihr davon noch etwas habt, Weihrauch und Lavendel zur Schlafenszeit. Natürlich wird das niemanden heilen, aber es lässt euch so lange wie möglich durchhalten! Nutzen Sie Ihre derzeitige Energie und machen Sie das beste daraus, kämpfen Sie weiter Schwester, jetzt haben Sie Verstärkung!

Und ich übergab ihr einen Beutel klimpernder Geldmünzen.

Sie schien zuerst nachzudenken, doch dann umschmeichelte ein sanftes und warmherziges Lächeln ihr Gesicht.

Schwester: „Ich danke euch von tiefstem Herzen! Segnen euch die Götter!“

Dann nahm sie meinen Kopf behutsam mit beiden Händen und küsste sanft und warm meine Stirn. Mutterliebe! Diese Frau obgleich sie keine eigenen Kinder hat, trägt sie so viel Mutterliebe in sich! Und in dem Moment leuchtete mir ein, dass sie es schaffen wird, so lange es menschenmöglich ist die Kinder zu umsorgen. Diese Gewissheit die ich gerade fühle gibt mir Sicherheit und Zuversicht auch meinen Teil bestmöglich zu erledigen! Ohne weiter viele Worte zu verlieren, die an dieser Stelle ohnehin unnötig wären, trat ich aus dem Saal aus und hing mir erst mal das Medaillon um den Hals und verbarg es unter dem Unterhemd. Ich selbst bin nicht sonderlich sensibel für Magie, darum spüre ich auch keine Veränderung seit dem ich in dessen Besitzt bin was mich aber nicht davon abhält daran zu glauben, besonders nicht, wenn es um ein Artefakt des Ordens geht.

Tja, wie ich mir schon dachte, der einfachste Start wird das nicht. Nicht nur bezweifle ich dass ich hier einen fähigen Artefakthändler noch einen Magier finden werde die mir sagen können um was für ein Artefakt oder dessen Magie es sich handelt, noch habe ich Geld für ein Pferd, um schnellstmöglich in die nächste Stadt zu kommen. Stimmt! Vllt tauscht jemand einen halbstarken Gaul gegen mein Schwert ein! Naja, immerhin meine einzige Möglichkeit, solange mir nicht aus heiterem Himmel ein fahrender Händler über den Weg läuft. Gut, also zur Garde!

Ich machte mich entlang der Hauptstraße zum Zentrum der Stadt auf. Und die Stadt zeigt wirklich einen deprimierenden Anblick. Die Straßen sind nahezu Menschenleer, und die wenigen Armen Seelen die vermummt durch die Gegend taumeln und von Haus zu Haus irren um Hilfe bittend, zeugen von dem großen Elend das die Stadt gerade Heimsucht. Und es muss ohne Zweifel einen magischen Ursprung geben. Nicht nur, weil sich der nie abziehende Rauch nicht erklären lässt, sondern auch dessen Quelle, die wie ein fleischig, verbrannter Kloß aussieht lässt mich in erster Linie auf schwarze Magie schließen.Und es muss sehr starke sein, wenn die Stadtmagier ihr nicht Herr werden konnten! Nach einem etwa zwanzigminütigen Marsch ins Zentrum fand ich mich vor einem solide gemauertem Gebäude, auf dem gemeißelt „Verwaltung“ steht. Natürlich hält in dieser Situation niemand außerhalb der Tore Wache, also klopfe ich hoffnungsvoll an das kräftige Holztor. Und nach einem Moment der Ungewissheit schwang das Tor knarzend nach innen auf und im Eingang empfangen mich zwei Stadtwachen in voller Ausrüstung. Sowohl die Ausrüstung als auch ihre Träger haben schon bessere Tage gesehen, denn auch den beiden Männern stand die kränkliche Blässe im Gesicht, trotz welcher sie eine stabile Erscheinung boten. Der Türsteher hatte seine Aufgabe erledigt, und so wand harsch sich sein Kamerad an mich.

Wache: „He da, seid ihr den von Sinnen!? Bindet euch ein feuchtes Tuch vor Mund Nase Ihr Narr, bevor ihr wie wir elendig zu verenden beginnt!

ACH JA! Der giftige Rauch! Es ist mir gar nicht aufgefallen, denn seit dem ich die Kirche verlassen hatte, hat mich die Umgebung gar nicht beeinflusst, im Vergleich zu meiner Ankunft hier. Also wirkt das Medaillon wirklich! Das ist interessant, und ein wertvoller Hinweis zugleich! Ich legte zur Tarnung einen besorgten Blick auf und wickelte mir schnell mein Halstuch um. Und darauf hin forderte mich die Wache auf hineinzutreten, um schnell das Tor wieder verschließen zu können.

Wache: „Und was ist Euer Anliegen? Zur Zeit bearbeiten wir Verstöße von Ordnungswidrigkeiten Anklagen von Diebstahl nicht.

Kyuhai: „Ich spreche offen heraus, ich habe gehofft mein Schwert gegen eines eurer Pferde tauschen zu können;...“

Schnell schob ich mildernd hinterher

Kyuhai: „Es muss nicht einmal ein sehr starkes oder gesundes Pferd sein, nur eins dass es bis zur nächsten Stadt schafft um meine Reisezeit zu verkürzen.

Wache: „ Ha! Wir haben mehr Waffen als Männer die sie schwingen können! Und dann auch noch gegen ein Pferd zu einer Zeit wie dieser. Ihr müsst ja schon halb erblindet oder sehr verwirrt sein, wenn ihr unter diesen Umständen einen solchen Handel vorschlagt. Das ist kein Geschäft
das nur im Ansatz von uns für Interesse ist. Wenn das euer einziges
Handelsobjekt ist, muss ich euch bitten das Rathaus zu verlassen.

Kyuhai: „ Einen Moment bitte! Wer schlägt denn einen Handel aus, ehe er das Angebot genau unter die Lupe genommen hat. Hier seht es Euch erst einmal an und dann könnt Ihr mich noch immer vor die Tür setzten.“

Ich löse das Schwert von der Seite meines Rucksacks und halte es dem Wächter mit einem zufriedenem Gesichtsausdruck hin, denn ich weiß ja schließlich dass es kein gewöhnliches Schwert ist, dass man jedermann in die Hand drücken würde.
Und nachdem er es aus seiner Scheide gezogen und ein wenig geschwungen und dessen Balance und Gewicht getestet hat, sah ich mir erwartungsvoll seine Reaktion darauf an. Er scheint etwas zu überlegen eher er schließlich zu meiner Erleichterung seinen Vorgesetzten Anruft.

Wache: „Herr Oberfeldwebel! Kommen Sie bitte mal her.“

Und erst jetzt mit schweifendem Blick auf den angesprochenen Vorgesetzten, nahm ich die den Anforderungen modifizierte Eingangshalle ins Auge. Die Wächter haben sie zu einem Stützpunkt aufgerüstet, samt Feuerstelle, Zelthälften als Schlafplätze, und aufgestockten Waffenständern. Sie mussten wohl den Befehl bekommen haben die Dokumente und Reichtümer der Autoritäten vor Raubzügen und Plünderern zu bewahren. Ein Wächter dreht sich zu uns um, der gerade im Gespräch mit Zivilisten vertieft war. Vielleicht Bürokraten der Stadt. Er kam uns nun bei und die Wache Schilderte ihm die Situation. Dann reichte er ihm das Schwert in die ausgestreckte Hand und auch er führte eine kurze Abfolge von Schwüngen und Paraden aus um es zu prüfen und schon an seinem Gesicht kann ich ablesen, dass er es haben will. Hervorragend, da hat Dorom der Schied des Schwertes wirklich sein bestes Stück hervorgebracht, und das rettet jetzt unter Umständen und über mehrere Ecken hunderten das Leben.

Das wird eine prächtige Geschichte Abgeben, die mir Dorom wie ich ihn kenne mit viel Bier und Häppchen auszahlen wird.

Oberfeldwebel: „Tatsächlich habt Ihr ein außergewöhnlich prächtiges Schwert im Besitz. Und ich erinnere mich auch an einen passenden Hengst um den Wert des Schwertes, zumindest den Umständen entsprechend aufzuwiegen. Amber, Ihr erinnert euch an den heranwachsenden Hengst? Übergebt ihn dem Herren. Und für Ihre besonnene Entscheidung ihn nicht direkt zum Teufel zu scheren, und da ich es von nun auch nicht mehr brauche, übergebe ich euch mein altes Schwert.“

Amber: „Klasse, Danke Oberfeldwebel!“

Der Oberfeldwebel tauschte sein altes Schwert mit dem Neuen und vermachte das altes Schwert seinem Untergebenen. Der welches sich mit zufriedenem Gesicht an mich wand um mich in den Stall zu geleiten. Wir blieben an einer Pferdebox direkt am Tor stehen und er stellte mir meinen neu ertauschten Begleiter vor. Man merkte ihm direkt an, dass er für sein Alter ungewohnt Träge ist, was den Einflüssen der grausamen Magie geschuldet sein muss. Ich streckte meine Hand in seine Richtung um ihn zu Begrüßen und er erwiderte den Gruß mit einem Stupsen seiner Nase. Dann streichelte ich ihm über den Nasenrücken und genoss, dass es ihm zu gefallen scheint.

 

Kyuhai: „Hey Kumpel, nenn es Glück oder Pech, denn wir werden uns erst mal mit einander verstehen müssen. Aber immerhin hole ich dich aus diesem Moloch raus.

Ohne lange zu zögern sattelte ich den Hengst und schnallte meinen Rucksack am Sattel fest. Nachdem wir den Stall verlassen und der Wächter das Tor hinter uns verschlossen hat, Wickelte ich dem Pferd mein Halstuch um die Schnauze und befestigte es am Geschirr, möglichst Schützend und trotzdem etwas Luftdurchlässig, um ihn so gut es mir möglich ist vor dem giftigen Rauch zu schützen.

Kyuhai: „So, Zeit dich zu taufen. Was hältst du von Ballem?

Er reagierte nicht merklich.

Kyuhai: „Aye, dann sind wir jetzt Kyuhai und Ballem! Ich freu´ mich auf gute Zusammenarbeit.

Also sattelte ich auf, und trieb in entlang der Hauptstraße in leichtem Galopp aus der Stadt. Es war schon nach Mittag und bis Aréra ist es mit einen gesunden Pferd eine Reise von einem halben Tag, dass heißt also: Wir werden die Nacht im Wald verbringen müssen. Für sich genommen, liegt das Problem nicht dabei an dem Wald, sondern an den Risiken, denen wir wird begegnen können.

Lass die Bären und Wölfe uns heute Nacht bitte nicht finden und erst recht nicht die schmierigen Halunken von Banditen, auf die ich jede Wette Abschließe dass unzählige von denen hier ihr Unwesen treiben um sich eine schöne,dicke Scheibe vom Reichtum der Stadtbewohner abzuschneiden. Verdammt, wenn ich so darüber nachdenke komme ich mir wie ein Orakel vor, als ich mich innerlich für den „ Nicht leichtesten Start eines Abenteuers“ wappnete. Ich lag mit meiner Einschätzung leider näher als mir lieb war. Denn ich will keine wertvolle Zeit verlieren eine Lösung für das Problem zu finden.

So trotteten wir also in gedrosseltem Galopp der gepflasterten Straße am Waldrand entlang, währenddessen ich tief in Gedanken meinen Plane schmiedete, wen ich in Aréra aufsuchen muss und an wen ich einen Brief verschicken muss, um an passende Antworten zu kommen. Und überhaupt überlegte ich mir die Fragen, auf welche ich Antworten haben wollte. Und plötzliche blieb Ballem unerwartet stehen, woraufhin ich mit meinem Gesicht in seiner Mähne landete und aufstöhnte.

Kyuhai: „Ohh! Kumpel, was hast du? . . .“

Und wie ich mich wieder stabil im Sattel hatte, begriff ich sofort die Situation.
Verflucht noch mal! Erneut wurde ich zum Spielzeug des tückischen Humors der Ironie! Ein „umgefallener“Baum als unauffällige Blockade ein Bogenschütze im Anschlag in meiner linken Flanke und einer mit Schwert zu meiner Rechten. Beide behelfsmäßig aber nicht sonderlich geübt, haben sie sich der Tarnung halber mit Strauchwerk und Farnen vom Wegesrand behangen. Enttäuscht meiner selbst erfüllten Prophezeiung ins die Falle getappt zu sein, hob ich als Zeichen der Kooperation meine offenen Hänge in die Luft und wartete ab.

 

Schwert-Bandit: „Hehe, ja das ist klug von dir dich zu ergeben, so bleibst du immerhin am Leben. Und jetzt steig doch freundlicherweise von deinem Gaul ab, zu deiner Linken versteht sich. Sudon, ich schau mir erst mal den Rucksack an.

Sudon: „Alles klar, ich hab ihn im Blick:“

So machte sich als Sudons Komplize an meinem Rucksack zu schaffen und in diesem Moment brachte mich die selbe Ironie breit zum Schmunzeln. Wie schade für die Bande, dass ich eben erst alles von Wert weggegeben habe! Süße Schadenfreude.

Schwert-Bandit: „Der Typ ist ja noch ärmer als wir. Der hat ja gar nichts von Wert dabei. So eine Zeitverschwendung. Na gut Freundchen, dann nimm mal deine Arme auf den Rücken und dreh dich direkt zu meinem Freund hin.“

Diesem Schach-Matt ausgeliefert, tat ich was er von mir wollte und ließ mir die Hände auf dem Rücken verbinden, um mich anschließend wehrlose filzen zu lassen. Um die paar Taler die mir noch geblieben waren weine ich nicht. Ärgerlich dagegen ist, dass er es nicht versäumt hat den Kragen meiner Weste beiseite zu ziehen um das Medaillon zu entdecken.

Schwert-Bandit: „Ja hallo, da haben wir doch noch einen schicken Schnapper gemacht, schau dir mal dieses feine Teil hier an.

Und er hielt das Medaillon in die Luft.

Sudon: „Geil Manilé, endlich haben wir mal wieder einen guten Fang gemacht. Schon viel zu lange her, der letzte.

Das Medaillon verstaut, machte er sich nun an meine Innentaschen zu schaffen.
Er schnalzte und seufzte als er Tasche für Tasche nicht von Wert fand und den Inhalt lieblos auf den Boden schmiss. Dann erreichte er die Coca-Blätter und schaute mich verwundert mit einem Fragendem Gesicht an.

Manilé: „Mann, was willst du denn mit Blättern in deiner Tasche?

Er lachte laut auf, und auch Sudon stimmte mit einem leichten Gekicher ein.
Ruckartig biss ich nach den Blättern, bevor er sie auf den Boden schmeißen würde. Unglücklicher Weise erwischte ich auch Ihn und auf ein erschrockenes Zucken folgte Augenblicklich eine Faust ist Gesicht! Aus der Balance gerissen fiel ich zu Boden, unterdrückte aber mit aller Kraft den Reflex sofort auszuatmen, um die Blätter nicht versehentlich auszuspucken, denn in dieser Situation waren sie mein einziger Trumpf, und wenn ich dazu noch Glück habe, unterschätzen sie mich weil ich unbewaffnet bin.

Manilé: „Der verrückte hat mir für ein paar Blätter in die Hand gebissen. Kumpel, du bist wohl wirklich nicht der hellste was? Na auf jeden Fall ist bei dem nichts mehr zu holen, nimm du den Gaul mit“

Von jetzt an beginnt der schwierige Teil. Er zerrte mich wieder auf die Beine, drehte mich mit dem Rücken zu ihm und verband mir mit einem Tuch die Augen und knebelte mir den Mund. Den Teil der Blätter den ich nicht fertig kauen konnte schob ich mir mit der Zunge schnell zwischen die Wangen, bevor ich daran noch erstickte.
Dann trotteten sie zu ihrem Lagerplatz und schoben mich an der Schulter voraus.
Unbeholfen und nichts sehend stolperte ich also voraus. Ich konzentrierte mich den Marsch über auf meine Atmung,und leerte meine Gedanken. Ich richtete meinen ganzen Fokus auf meine Sinne und meine Wahrnehmung.Nach einigen Minuten dieser Übung, kam ich letztendlich in den „Fluss“, so nenne ich den Zustand der Geistesgegewärtigkeit und Konzentration den ich damit erreicht habe. Einige Minuten später bemerkte ich ein Signal, als Vogel-zwitschern getarnt. Manilé gab dem Ausguck zu erkennen wer da ankam und und wenige Meter später ertönte begann ein durcheinander von Stimmen und ich wurde angehalten. Dann sprach eine klare, männliche Stimme in freudigem Ton in unsere Richtung.

???: „Ah Manilé und Sudan, also ich euch diesmal zu erst jemand ins Netz gegangen. Worüber können wir uns hier freuen? Wie ich sehe leider nicht über eine hübsche Prinzessin.

Manilé: „Ne, die issa leider wirklich nich, und sonst hatte er auch nur dieses Medaillon hier dabei, aber wenn mich meine Einschätzung nicht Täuscht, müsste das doch vom Orden sein oder? Auch läuft er ohne Waffen durch die Gegend, darum dachte ich mir, dass wir ihn erstmal herbringen, vllt issa ja ein Bote oder oder sogar Mitglied und kann uns zeigen wo ma uns etwas vom Orden erbeuten können.“

???: „Ja, sehr gut! mir gefällt deine Arbeitsweise Manilé, du lernst das Ganze zu betrachten und nicht bloß die paar Habseligkeiten die die Leute dabei haben. Dann lass uns ihn doch mal Fragen, ob er uns zu dem Thema mehr erzählen kann.

Manilé löste den Knebel und nahm mir die Augenbinde ab und ich fand mich in der Mitte eines kleine Lagers wieder. Mir gegenüber thronte der Anführer auf einem üppig verziertem Sessel, den sie vermutlich einer adeligen Kutsche entrissen haben. Hinter ihm Barrikaden, sowie in den anderen drei Himmelsrichtungen um das Lager herum, und 4 schmale Durchgänge unterbrachen den Schutzwall. Neben ihm stand ein ebenfalls geknebelter Mann, bewacht von einem Banditen, sieht aus, als wurde er vor mir verhört und weiß entweder nichts von dem Schatz der ihm da vermeintlich in die Schuhe geschoben wird, oder kämpft noch mit seiner Loyalität wie die Veilchen in seinem Gesicht verraten. Am Lagerfeuer etwa 10 Meter links von mir kümmern sich gerade 3 von ihnen um das Abendesser in Form von einem Spanferkel und einem Eintopf. Und recht von mir machte ich das eigentliche Problem meiner Situation aus: Etwa 20 Ein-Mann Zelthälften!Zwar unbemannt, aber vielleicht in der Nähe. Ich hab vertrauen in meine Kampffertigkeit, aber das ist sehr abenteuerlich! Sich alleine gegen die zu stellen. Doch eine Wahl blieb mir nicht, denn um mich als Sklaven halten zu lassen hatte ich zu einem einen gesunden Stolz der mir das verbot, und zum anderen überhaupt keine Zeit um mich von meiner Aufgabe ablenken zu lassen. Also bleibt nur der Kampf! Ich legte ein schmerzverzerrtes Gesicht auf und rieb mir die geprügelte Wange an der Schulter, um mein Kauen zu verschleiern.

???: „Was macht der da, Manilé? Stimmt mit dem etwas nicht?“

Manilé: „Ach nein, die Ratte hat mich vorhin bloß in die Hand gebissen, und dann hab ich ihm eine verpasst.

Er lachte auf.

???: „Also, ich nehme an dass du nicht taub bist, und weißt was wir von dir wollen. Die Schlussfolgerungen meines Gefährten erscheinen mir schlüssig, und jetzt liegt es an dir, ob das hier auf die harte oder die leichte Weise über die Bühne geht?

Ich blieb still, hielt meine Atmung tief und gleichmäßig und konzentrierte mich auf meine Arme und und Beine.

???: „Manilé, zeig ich doch mal wie ich das meine.“

Ich höre wie sich seine Kleidung spannt.

JETZT!

Ich drehe mich direkt zu ihm, um seinem Hieb mit einer kräftigen Kopfnuss zuvorzukommen. Die lande ich genau auf seine Nase und reflexartig greift er sich rückwärts taumelnd mit den Händen ins Gesicht. Den Moment seiner abgelenkten Aufmerksamkeit nutze ich sofort und greife mit gefesselten Händen nach seinem Schwert, schaffe es es ganz aus der Scheide zu ziehen und stürze mich rückwärts in ihn rein. Das Schwert durchsticht ihn und mit einem verzweifelten Gurgeln wird er ohnmächtig. Die Kopfnuss ließ mir der Boss noch durchgehen doch nach der Aktion gerade höre ich ihn nur noch „OBACHT, SCHNAPPT EUCH DEN PISSER“ brüllen. Jetzt kommt die Sache ins rollen. Das Klirren der Waffen und Brüllen der anderen höre ich gar nicht mehr, denn es ist außerhalb meines „Flusses“ noch nicht im Zentrum meiner Konzentration. Mit Manilé, als Schild vor Sudons Pfeilen den ich aufgespießt und geschultert habe, stemme ich mich rückwärts dem Bogenschützen entgegen. Ballem erschrickt vor den hektischen Bewegungen und dem Skurrilen Anblick mit dem ich den beiden näher komme und springt aufgebracht einige Meter in Richtung der Baracken. Zu meinem Glück hatte Sudon die Zügel um sein Handgelenk gewickelt um den Gaul im Falle eines Ausbruchversuchs direkt zügeln zu können, was ihm genau jetzt zum Verhängnis wird! Das ist die Chance die ich gebraucht habe! Ich schmeiße Manilés regungslosen Körper bauchwärts auf den Boden und schneide an der herausstehenden Klinge meine Fesseln durch. Gerade rechtzeitig befreie ich meine Hände und schließe mit einem kräftigen Satz zu Sudon auf, der gerade dabei ist seinen Bogen zu spannen. Ich schlage ihm mit voller Wucht meine Händen auf die Ohren, was ihm die Orientierung raubt und ihn halb erstarrt auf der Stelle taumeln lässt. Wie jeder geübte Bogenschütze hat auch er einen Dolch einstecken, den er heute lieber vergessen hätte. Ich ziehe den Dolch aus dem Heft an seiner Hüfte und steche ihm durch den Nacken. Er geht direkt leblos zu Boden und ich greife flink nach Pfeil und Bogen, spanne und schieße sofort drei vom Lagerfeier sind nur noch knappe 3 Meter von mir entfernt. Leider treffe ich mein Ziel mit der doppelköpfigen Axt nicht tödlich und er fällt nur zurück. Einer mit Schwert und der andere mit einer stahl beschlagenen Keule holen jetzt von links und rechts zum Schlag aus. Aus der Konzentration heraus die mir der „Fluss“ ermöglicht, nehme ich den Augenblick schneller wahr, dadurch bleibt mir mehr Zeit um mir meine Handlung zu überlegen. Das Schwert von Rechts, geführt in der Rechten Hand und zielt auf meine Brust. Die Keule von links, geführt in der Rechten Hand, zielt auf meinen Kopf. Gut, das Schwert! Mit einer Finte weiche ich dem Schlag aus und schließe zu ihm auf. Den Fausthieb wende ich gerade noch mit der freien linken Hand ab und ziehe ihm den Bogen mit der Sehne am Hals über den Kopf. Ich stelle mich hinter ihn, um in als Deckung vor der Keule zu nutzen, während ich ihn mit aller Kraft und Hilfe der Sehne erwürge. Zu meinem Glück ist er nicht darin geübt mit Panik umzugehen und lässt das Schwert fallen um dem Zwang seiner Reflexe nachzukommen die Sehne zu Greifen und den Druck zu lindern. Das war seine letzte Entscheidung, und es war die Falsche. Mit einem Tritt in die Kniekehle ringe ich ihn in auf die Knie, greife im selben Zug nach dem Schwert, und schlage ihm beim Aufstehen mit voller Kraft aus einer Drehung den Kopf von den Schultern. Verdammt, ich bekomme das Schwer nicht mehr rechtzeitig hoch, um die Keule zu parieren! Schützend decke ich mit dem Linken Arm meinen Kopf. Die Keule trifft, und ich spüre und höre meinen Unterarm brechen! Ich schreie vor Schmerz ohne aber das Momentum aufzugeben und setzte sofort in einen Stich auf meinen Angreifer über. Er ergreift die Klinge die sich gerade einen Weg durch seinen Wams bahnen wollte mit einem festen Lederhandschuh. Ich setze unverzüglich nach und trete ihm ins Knie. Auf ein schmerzvolles Stöhnen hin kippt er nach hinten um, ich halte die Fühlung und lege mich mit meinem Gewicht voll ins Schwert, womit ich ihn, am Boden angekommen, durchbohre. Durch den Kriegsschrei der Axt alarmiert, schaffe ich es gerade noch mit dem Schwert einen Satz nach hinten zu auszuführen, um mich nicht von dem kraftvollen Hieb spalten zu lassen. Unerwartet geübt lenkt er den frontalen Hieb zur Seite weg und setzt erneut, diesmal mit einem Seitwärts-hieb an. Im Nahkampf ist er mir mit seiner Reichweite überlegen, und mit nur einem Arm komme ich nicht gegen diesen Kraftkloß an. Mir bleibt mir eine Möglichkeit. Sowie er beginnt die Axt für den nächsten Hieb zu schwingen, werfe ich ihm das Schwert entgegen. Dank der kurzen Distanz zwischen uns gelingt mir das Manöver und ich treffe ihn mit der Spitze eine Handbreit unter dem Hals. Er verliert den Schwung und überlässt die Axt einer Hand um sich mit der anderen stöhnend die Wunde zuzuhalten. Ich nutze den Stiel der Axt, der sich mir mit dem Doppelkopf am als Rampe darbietet um ihm mit einem Kräftigen Tritt ins Gesicht entgegen zuspringen. Wie erwartet reicht das noch nicht aus um dem stämmigen Kerl das Bewusstsein zu entziehen. Stöhnend fällt er auf den Rücken und und schnappt hilflos nach Luft. Diese Gunst nutze ich um ihm das Schwert durch das Herz zu stechen und er haucht mit erschlafftem Gesicht sein Leben aus. Ich richte mich auf und gehe direkt auf den Anführer zu um dem Baumschützen im Rücken kein Ziel zu bieten, dabei spekuliere ich darauf dass er nicht eines dieser Präzisions-Genies ist, und demnach nicht auf mich Schießen wird solange es dabei auch seinen Anführer gefährdet. Dieser wartet schon mit seinen gezückten Einhandäxten auf das Kräftemessen. Zornig brüllt er seinen Untergebenen an.

???: „Na mach schon, auf ihn!!!“

Untergebener: „So wie der kämpft? Bist du verrückt? Den muss du schon selbst kalt machen, ich verdufte jetzt von hier.“

Erleichter über die Entscheidung des Hasenfußes seufze ich gelassen aus.
Und mit dieser Antwort stahl er sich durch eine verborgene Lücke hinter dem Thron davon. Das quittierte im sein Rädelsführer mit einem wütendem Schrei und der Drohung in zu finden. So stehen wir uns jetzt Auge in Auge im Zweikampf gegenüber. Er fängt an mich zu umkreisen, und um die Distanz zu waren passe ich mich an. Er steht nun auf der anfänglich linken Seite des Lagers, bei dem Spanferkel und den Waffen, und ich habe nahe der Baracken Stellung bezogen. In dem Moment als ich sein verstohlenes Grinsen bemerke und mir sein Plan einleuchtet ist es zu spät und der Pfeil trifft mich genau seitlich in der linken Schulter! Verflucht jetzt geht es auf Zeit und ich sehe nur eine Möglichkeit das schnell zu beenden. Gerade als mich das wilde Pochen und der Gedankenraubende Schmerz meines linken Arms aus dem „Fluss“ zu reißen drohen, fällt mir das Atmen Zug um Zug leichter und die Schmerzen und Erschöpfung werden mit einem behaglichen Gefühl gedämpft. Mit im Boot dieses Rausches stellt sich ein neues Gefühl für Selbstsicherheit auf und gibt mir zu verstehen, dass mein nächstes Manöver sicherlich gelingen wird. Mit diesem selbst induzierten Zuspruch beginne ich unter Anspannung aller Muskeln den Sprint direkt auf meinen Gegner zu. Die kommenden Pfeile verfehlen mich und der Boss macht sich für meinen Ansturm bereit. In in der Kürze eines Atemzugs ließ ich den Abstand zwischen uns auf 3 Meter schrumpfen, schwinge das Schwert aus dem Handgelenk und werfe es nach ihm! Er entgeht dem Treffer mühelos mit einer seitlichen Finte und bereitet seinen Schwung vor. Unbeirrt stürme ich voran und springe noch rechtzeitig außerhalb seiner Reichweite ab, um meinen aufgebauten Schwung jetzt in einen Sprungtritt zu formieren! Seinem Sieg zu sicher, überrascht ihn das Manöver, dem er nicht mehr ausweichen kann. Mit voller Wucht lande ich den kraftvollsten Sprungtritt meines Lebens mitten auf seine Brust und katapultiere ihn damit knappe 2 Meter davon. Jetzt entscheidet es sich! Zügig richte ich mich auf um ihm wieder entgegenzulaufen. Ich hebe eine der fallengelassenen Äxte auf und erreiche ich gerade noch, um ihm mit einem Kniestoß ins Gesicht am Aufstehen zu hindern. Ich beende den Kampf und damit auch sein Leben ohne zu zögern, indem ich ihm die Axt in den Kopf schlage. Der letzten Bedrohung voll bewusst, schmeiße ich mich hinter die Vorratsfässer. Ich erreiche einen angelehnten Holzschild von einem der nahestehenden Waffenständer, schnalle ihn mir um den linken Arm, dabei dient mir ein loser Lumpen den ich dort aufgriff und aufrollte als Mundschutz, um mir durch den Schmerz des Arms nicht die Zähne zu zerbeißen. Mit dem Schild über dem Kopf, wackele ich am Ende meiner Kräfte im Entengang zu den Krügen an der Kochstelle und finde wonach ich suche, als der erste Pfeil in den Schild einschlägt. Ich beeile mich eine der Fackeln aus dem Boden zu ziehen und sie am Feuer zu entzünden. Mit dem Krug voll Schmalz und der Fackel bewaffnet, schreite ich jetzt meinem letzten Gegner entgegen, der verstanden haben muss, was ich plane und jetzt seinen Köcher so schnell wie möglich in meine Richtung entleert. Auf die letzten Meter hört der Beschuss auf und er richtet jetzt Worte statt Pfeile auf mich.

Schütze: „He warte, ich ergebe mich! Ich meine es ernst, sieh mein Köcher ist ohnehin leer.

Und mit einem dumpfen Geräusch landete der leere Köcher auf dem moosigen Waldboden neben mir.

Kyuhai: „Dazu noch den Bogen, deinen Dolch, die Kletterschlinge, die Aufsätze der Stiefel und ich gebe dir die Chance zu überleben!“

Schütze: „Du Jagdhund lässt wohl nicht locker wa? Ja gut, ja gut, ich mach´s!.

Während er sich mit dem Rettungsseil festband, um die Schlinge und den Rest loszuwerden beschmierte ich den Fuß der Kiefer satt mit dem Schmalz und rammte die Fackel in den Boden. Nach der Salve dumpfen Aufprallens, vergewisserte ich mich dass er meiner Aufforderung nachgekommen ist, spickte hinter dem Schild hervor und stellte fest, dass die Bedrohung damit gebannt war und seufzte erleichter aus! GESCHAFFT! Aber ehe der Rest der Bande Heim kehrt will ich mich schon aus dem Staub gemacht haben. Also raffe ich mich in voller verschöpfung auf, hole mir von der Leiche des Anführers noch das Medallion zurück und kann Ballem mit einer Karotte von der Kochstelle beruhigen um mit ihm das Lager der Freibeuter zu verlassen.

Am Stand der Sonne, glich ich die Wegbeschreibung des ausharrenden Baumschützens ab und galoppierte auf Ballem davon. Auf der gepflasterten Straße angekommen ließ die vorangeschrittene Abenddämmerung kaum was erkennen. Ich gab Ballem die Zügel frei, und sprach ihm noch zu, er solle uns bitte nicht in Ärger reinreiten, ehe ich mich der Erschöpfung hingab und im Sattel einschlief.

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Veröffentlicht : 26/03/2020 5:16 am
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Argentum401
(@argentum401)
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Hymne der Helden

Ich zögerte.
Nicht, weil mir die Seuche angst bereitet, auch vor der Verantwortung für die Kinder fürchte ich mich nicht…
Nein, es ist die Aura dieses Medaillons die mich so verunsichert.
Diese Ausstrahlung von uralter, unbeugsamer Macht, die Leben und Glück verspricht. Es kann sich nur um ein Deus Machina handeln, einem von den Göttern berührtes Artefakt!
Und wenn ich meinen Wolken verhangenen Verstand ein bisschen anstrenge, ist es auch klar welcher der Götter Hand an dieses Relikt gelegt.

«Bitte!... lasst die Kinder nicht im Stich!»

Die Verzweiflung in der Stimme der Priesterin reisst mich aus meinen Gedanken. Es hat wahrlich etwas zutiefst Verstörendes an sich, wenn selbst eine hohe Dienerin von Resna, dem Gott der Hoffnung von der Hoffnungslosigkeit zerfressen wird.
Die schwere von Colonas Lage wiegt immer erdrückender auf mir.

Zärtlich umschlinge ich die mittlerweile zitternden Hände der Priesterin.

«Ich Astrion, vom Volke der Vek schwöre bei den Mächten des Ursprunges, dass ich alles in meiner Machtstehende tun werde, um Colona zu helfen»

Als der bläuliche Schimmer, der mich umgibt, langsam verblast und das Universum damit den Beginn einer neuen Queste
annerkennt, fällt die Pristerin vor Erleichterung in sich zusammen.

Bevor sie auf den Kalten Marmorboden aufprallen kann fange ich sie auf und bette sie behutsam auf den Altar nieder und nehme ihr sanft das Medaillon aus den schlaffen Händen.

Manch einer Wäre über solch einen Blasphemischen Akt vor Entsetzen in Ohnmacht oder Raserei verfallen, aber niemand innerhalb der Kirche hat noch genügend Kraft in seinen Knochen, um mich für meine Frefel zu schelten.
Ich beginne damit das Medaillon noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Das glitzern des Rubins und der darin enthaltenen Flüssigkeit erinnern mich an die Sternenbecken meines Heimattempels.
Diese flachen klaren Wasserbecken in denen sich der Ganze Himmel wiederspiegelt. Als Kinder spielten wir gerne um das Becken herum und nichts liebten wir mehr als in ihnen zu tauchen, um die Unzähligen Runen auf dem Grund besser sehen zu können. Auch wenn dies natürlich nur ging wenn keiner der Erwachsenen gerade das Becken für Weissagungen oder irgendwelchen Mathematischen Studien beanspruchte, den hätten man uns Erwischt hätte ich zusammen mit Tamion und Serena für den Rest unserer Akolythen Zeit in der Küche schuften müssen. Naja, oder man hätte uns auch einfach aus der Orden geworfen…
dieser Gedanke liess mich schmunzeln, schon damals habe ich immer mal wieder ein «Heiliges Gebot» gebrochen, aber da sich mir bis jetzt noch keiner der Götter direkt offenbart hat um mich für meine Frefeleien niederzustrecken, werde ich weiterhin die unterschiedlichsten Gesichtsausdrücke von Gläubigen geniessen.

So in meinen Erinnerungen vertieft steigt mir langsam, aber sicher das Bild eines Blutmondes auf, welcher sich im Sternenbecken spiegelt.
Alle Priester und Gelehrten sind um das Becken versammelt um die Zeichen die Blutigsten Ereignisse deuten welche bis zum nächsten Blutmond stattfinden sollen.

Das kalte Brennen auf meiner Brust lässt mich in kalten Schweiss ausbrechen und das ungute Gefühl, dass mich seit dem Betreten dieser Stadt heimsucht schlägt in Übelkeit und Verzweiflung über.

Ich lehne mich schwer an den Altar und hohle den Sternenanhänger aus Nachtstahl unter meinen Kleidern hervor, um auch diesen noch einmal genauer zu betrachten.
Das Deus Machina welches mir beim Erlangen meiner Selenweber Klasse, von Norlans Hohepriester überreicht worden war, leuchtet dunkel violett im schummrigen licht der Kirche.
Ich muss mich zusammenreissen damit ich bei Bewusstsein bleibe. Während ich zusätzlich noch gegen meine Übelkeit ankämpfe, ertönte die wissende Stimme des Hohepriesters in meinem Kopf.

«Mein Kind, wie du weisst erhält jeder Akolyth Norlans beim Erreichen seiner Spezialisierung ein Zufälliges Artefakt von unserer Herrin um vergangene Anstrengungen zu Belohnen und um zukünftige Berge überwinden zu können. Das Artefakt, welches du erhältst, trägt dass den passenden Namen Fluctus. Es ist eine grosse Ehre und bürde zu gleich, manch einer seiner vorherigen Träger bezeichnete ihn sogar als verflucht. Denn wenn das Schicksal winkt wird dieser Stern brennen und violett aufleuchten. Und wenn dies geschieht mein Kind, wirst du wissen welchen Pfad du gehen sollst und sei er noch so steinig. Doch verzweifle nicht, denn solange Fluctus leuchtet schenkt er dir auch die Kraft unserer Herrin»

Ich muss wieder schmunzeln. «Verflucht» trifft es wohl wahrlich am besten auf Fluctus zu. Den das Leuchten hat genau dann eingesetzt als ich mich an die Weissagung des Ältesten erinnert habe. An den genauen Wortlaut kann ich mich zwar nicht erinnern doch seine gebrechliche Stimme verkündete in dieser klaren roten Nacht, vom erwachen der alten Götter, vom Krieg zwischen Licht und dunkelheit, Liebe und Hass von Hoffnung und Verzweiflung. Er prophezeite den Tod von Millionen, sogar ein Zweiter Exodus wäre im Ramen dieses Konfliktes der Götter möglich!

Damals haben ihn alle als senil abgetan und noch Monate über den Verrückten Scherze gerissen. Doch jetzt ist alles anders.
Ich muss dem Orden Bescheid geben und die Kunde an alle Tempel weitergeben. Ich kann nur hoffen, dass ich nicht ebenfalls als Mondwirr abgetan werde.
Je länger ich über alle möglichen Implikationen und neuen Pfade nachdenke desto klarer werden meine nächsten Schritte und mit dieser Klarheit, kommt die versprochene Macht von Fluctus um mir bei beschreiten meines Schicksal Pfades zur Seite zu stehen.

Mühsam kämpfe ich mich in eine aufrechte Position.
Als ich meinen Blick durch die Kirche schweifen lasse fallen mir mehrere Dinge gleichzeitig auf. Die Schwester liegt immer noch auf dem Altar, Die Kinder liegen immer noch schwach auf ihren Pritschen und vereinzelte andere Kirchenmitglieder kümmern sich aufopfernd um die kleinen Wesen.
Wo aber die Kirche zu vor durch Dunkelheit eine Aura der Verzweiflung ausstrahlte, verliehen nun einzelne Sonnenstrahlen welche durch die Farbigen Kirchenfenster drangen dem Ort eine unbestimmte Heiligkeit. Ruhe und Frieden breiteten sich langsam im Raum und auch in mir aus.

Mit alter Gewohnheit hole ich meine Leier aus geschwungenem Eibenholz hervor. Mit vertrauten griffen beginne ich eine Uralte Melodie zu spielen.
Ich richte meinen Kopf gegen den Himmel und beginne mit Klarheit, Frieden und mit der Macht des Schicksals selbst, die Hymne der Helden zu singen.
Mit jedem Klang meiner Leier, mit jeder gesungenen Silbe und mit jedem zurückgeworfenem Echo verwebe ich mehr Magie. Mit der Gabe meiner Klasse die Seele von Lebewesen zu erreichen und zu beeinflussen Rufe ich Alle Helden von Verra an.
Dies wäre unter normalen Bedingungen unmöglich gewesen doch die Macht, die von Fluctus in mich hineinströmt, lässt mich glauben, dass es zu schaffen ist.
Als ich zum ersten Refrain kommen fühle ich wie plötzlich auch macht aus dem Rubinanhänger dringt und sich mit der Magie meiner Hymne verbindet.
So erhält mein «Weckruf der Helden» noch eine weitere unbegreifliche Komponente, welche sich noch am ehesten mit der unerschrockenen Hoffnung eines Vaters beschreiben lässt.

Anstatt mich zu verunsichern bestärkt dieses Geschenk von Göttlichermacht mich nur in meinem Ziel, einen jeden Helden Verras vor dem Krieg der Götter zu warnen. denn tief in meiner Sternenerfüllten Seele weiss ich, dass die Macht der Tempel und der Zerstreuten Herrscher nicht ausreichen wird, um dieser Bedrohung entgegenzutreten. Nur gemeinsam haben wir eine Chance
Und aus diesem Grund Rufe ich mit dieser Hymne alle Abenteurer und Ihre Gilden dazu auf, sich aus ihrem Schlaf zu erheben, um Seite an Seite dem Schicksal entgegen zu treten.

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Veröffentlicht : 18/04/2020 4:08 pm
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Luke | Ytronix
(@luke)
Mitglied Admin

[…] Bitte helft uns…

 

Ein kurzer Blick auf das Amulett reichte aus, um es als Humbug zu enttarnen.

„Was soll das? Ich wurde gerufen, um dieser Seuche den Garaus zu machen. Mir dieses Medaillon anzubieten grenzt an einer Beleidigung.“

„Verzeiht mir, der Hohepriester sagte kurz vor seinem Tod, dass es ein magisches Medaillon sei“, antwortete die Ordensschwester erschöpft.

„Nun, es ist magisch, ohne Zweifel, aber diese Kette ist nicht zum Schutze des Trägers gedacht. Das Gegenteil ist der Fall, diese Kette tötet ihren Träger augenblicklich. Wer war der Hohepriester und wagt es nicht mich anzulügen?!“

„Verzeiht mir, dies wusste ich nicht“, sagte die alte Frau mit einem merkwürdigen schmunzeln, „Ich kannte den Hohepriester nicht beim Namen, keine Ordensschwester kannte seinen Namen. Aber woher wisst ihr so gut über das Medaillon Bescheid, wenn ich fragen darf?

Genervt schaute ich die alte Frau an. Ob sie sich mit Absicht dumm stellt oder einfach nur durcheinander ist, durch die Seuche und all den Kranken Menschen wäre das nicht unwahrscheinlich, ich war mir nicht sicher, irgendwas war an der ganzen Geschichte ist definitiv faul, das war mir bewusst.

„Sie kennen meinen Ruf, sie wissen wer ich bin, dies sollte ihnen Antwort genug sein. Wie dem auch sei, ich werde ihrer Bitte nachkommen. Ich helfe ihnen.“, ohne eine Antwort abzuwarten nahm ich das Medaillon entgegen, drehte mich um und verließ die Kirche raschen Schrittes.

 

Draußen angekommen schaute ich mich nach meinem Pferd um. Es war weg.

„Dieser Blöde Gaul macht mich noch wahnsinnig, kann er nicht einmal dort warten, wo ich ihn auch angebunden habe?“

„Verzeihung, aber mit wem reden sie?“, fragte ein alter Mann, der plötzlich neben mir Stand.

„Mit mir oder sehen sie sonst noch jemanden? Mein Pferd ist wieder verschwunden, das nervt mich nun mal, da darf ich wohl noch fluchen, oder?“, erwiderte ich genervt.

„Gewiss, aber etwas freundlicher zu sein, würde auch nicht schaden, vor allem den Leuten gegenüber, die wissen, wo ihr Pferd zurzeit ist.“, sagte der alte Mann.

„Oh, verzeiht mir, sie haben mein Pferd gesehen? Wo ist es?“

„Es steht an der Ecke dort vorne“, der Mann wies mit seiner Hand Richtung Straßenecke gen Osten.

„Vielen Dank“, sagte ich zu dem alten Mann und eilte in diese Richtung.

„Kein Problem, Halnir.“, hörte ich den alten Mann von hinten flüstern.

Ich stutzte, blieb stehen und drehte mich um. Der alte Mann war verschwunden. Wie vom Erdboden verschluckt.

 

Woher zum Teufel kennt der Alte meinen Namen? Ich habe diesen Mann zuvor noch nie gesehen.

 

Ich eilte an die Straßenkreuzung und schaute mich nach meinem Pferd um.

Ist er schon wieder weitergezogen? Wäre Minou nicht so ein schnelles und mutiges Pferd, hätte ich mir längst ein anderes besorgt. Wo ist er nur?

Dann sah ich ihn, als er eine Seitenstraße entlang auf mich zu galoppierte.

Seit wann kommt er zu mir? Normal bin ich es doch immer, der ihm hinterherrennt. Merkwürdig.

Als Minou nur noch wenige Meter von mir entfernt war, sah ich die Verbrennungen auf seinem Körper. Jedoch waren es nicht jene, die man sich bei einem Feuer normalerweise zuzog, es waren punktuelle Verbrennungen, als wäre er gezielt angegriffen worden.

Ich versuchte den aufgebrachten Hengst zu beruhigen und sah mir seine Wunden an. Teils grünverfärbt und bereits eitrig durch die rasch voranschreitende Entzündung sonderten die Wunden einen übelriechenden Gestank ab.

„Wer hat dir das nur angetan? Ich werde sie zur Rechenschaft ziehen.“

Ein einfacher Heilzauber genügte, um den Hengst von seinen Schmerzen zu befreien und die Wunden zu verschließen.

 

Gut, dass der Sattel und das Zaumzeug intakt geblieben sind, gutes Pferd.

 

Ich tätschelte seine Flanke kurz und saß dann im Sattel auf.

„Zeige mir deine Angreifer, Minou!“, befahl ich mit den Worten der Macht und Minou tat wie ihm geheißen.

Einige Minuten vergingen, während Minou durch die verlassenen Straßen eilte. Der Geruch der verwesenden Leichen hing in der Luft, kaum auszuhalten. Eine letzte Kurve nehmend blieb Minou abrupt stehen und scheute weiterzulaufen.

„Was ist los Mi…?“

Ich hatte keine Zeit meine Frage zu beenden. Ich handelte instinktiv und kippte seitlich vom Rücken des Pferdes hinab. Keine Sekunde zu spät, denn ein glühend heißer Blitz raste über das Pferd just in dem Moment, als ich auswich. Verwundert sah ich mich um und mobilisierte gleichzeitig alle magischen Kräfte, um sie bei Bedarf anzuwenden.

Woher zum Teufel kam das, ich habe es nicht einmal gehört geschweige denn gesehen. Hätte ich nicht instinktiv gehandelt, wäre ich wohl eine glühende Pfütze am Boden. Aber der Zauber war zu stark, dass habe ich gespürt, um aus großer Entfernung abgefeuert worden zu sein und ein Zauber dieser Stärke ungesagt zu tätigen ist eine Meisterleistung. Verdammt. Was ist hier los?

In Erwartung auf einen nächsten Angriff schickte ich Minou hinter einer Steinmauer, die an eine Hausmauer angrenzt, in Deckung.

„Zeige dich, Feigling!“, rief ich in den Worten der Macht.

Nichts geschah.

Ein leises Raunen hallte über die verlassene Straße. Gesang? Eine Beschwörung? Ich konzentrierte mich und steigerte mein Gehör mittels Magie.

 

Ein Gemurmel, definitiv eine Beschwörung. Aber was sagt er?

 

Plötzlich wurde das Gemurmel zu einer klar verständlichen Sprache und immer lauter, sodass ich den Zauber für mein Gehör beenden musste, um mein Trommelfell zu schützen.

Immer lauter werdend, fast schon schreiend, trat der alte Mann kaum 20 Meter vor mir auf die Straße.

 

Unmöglich! Ich habe die gesamte Umgebung mit Aufspürmagie abgesucht, niemand mit magischen Kräften hätte sich davor verbergen können!

 

„[…] MORS!“, schrie der alte Mann und zeigte auf mich, „Du wirst diese Stadt nicht retten, Bursche!“

Eine Welle ungezügelter Kraft raste auf mich zu, alles auf seinem Weg zu mir zerstörend. Die Straße riss es auseinander, Steine flogen im hohen Bogen durch die Luft und im Weg stehende Objekte wurden weggesprengt.

Diesen Zauber konnte ich nicht aufhalten, das war mir sofort bewusst. Panisch suchte ich nach einem Fluchtweg, aber es blieb nicht genug Zeit, Minou war zwar in Sicherheit, aber ich konnte nicht fliehen, es gab keinen Ausweg.

Als die Welle mich erreichte kniff ich die Augen zusammen und spannte jeden Muskel in meinem Körper an, auf das Schlimmste gefasst. Doch die Magie raste einfach an mir vorbei, ohne den geringsten Schaden anzufügen. Verblüfft öffnete ich die Augen.

In der Tasche meines Mantels wurde es plötzlich sehr heiß. Ich steckte die Hand hinein und zog das Medaillon hinaus. Es war eiskalt, dennoch strahlte es Hitze ab. Ein seltsames Leuchten ging davon aus.

 

„WAS? Wieso lebst du noch? Wie konntest du meiner Magie entgehen und wo hast du das Medaillon her, Bursche?“, schrie der alte Mann, „Du hast das aus meiner Kirche gestohlen!“

Der schon fast panische Unterton des Mannes war kaum zu überhören. Ich wandte ihm mein Gesicht zu, sagte aber nichts.

Ich untersuchte das Medaillon nun interessiert, während der alte Mann immer wieder Zauber auf mich abfeuerte, ohne jeglichen Schaden anzurichten.

Ein Schmunzeln zog über meine Lippen, als ich es sah.

Unglaublich, ich dachte, es wäre ein Märchen.

„Meine Kirche? Weißt du denn auch, oh Hohepriester, was das für ein Medaillon ist?“, fragte ich spöttisch.

„Natürlich weiß ich das“, antwortete der Hohepriester der Kirche.

„Ich glaube, dass du absolut keine Ahnung hast, was es wirklich ist“, rief ich ihm zu.

„Würdest du es wissen, hättest du es nicht in der Kirche zurückgelassen, als du die Stadt mit deiner Seuche verflucht hast.“

„Unsinn, ich besitze es seit Jahren, ich weiß alles darüber!“, sagte der alte Mann.

„Hast du es den nie genau betrachtet, ich zeige es dir, hier steht es“, antwortete ich, während ich zu ihm ging.

Völlig verdattert stand der Hohepriester regungslos da und wartete, bis ich bei ihm war. Ich hielt ihm das Medaillon vor die Augen, während ich gleichzeitig seine Arme durch Magie bewegungsunfähig machte.

„Lord Colona“, las er vor.

„Exakt, das ist das Geschenk von Zauber-Großmeister Merlin an Lord Colona gewesen. Es hieß, es weise jeden Zauber ab, jedoch hielt ich dies nur für ein Märchen, damit niemand Lord Colona angreift. Anscheinend habe ich mich getäuscht, die Geschichte ist wahr.“

Bevor der Hohepriester wieder zu Sinnen kam, knebelte ich ihn per Magie, rief Minou und suchte die Gegend nach Zuschauern ab.

 

Den Lärm hat doch bestimmt jemand gehört und uns beobachtet. Wo steckt ihr. Ah, dort ist wer.

„Du da, Junge, komm her“, rief ich einem Jungen zu, der sich hinter einem Fass versteckte, „ich habe eine Aufgabe für dich. Eile sofort zu Lord Colona und sage ihm, dass ich die Seuche besiegen werde und den Verursacher gefangen habe, rasch!“

Ich warf dem Jungen eine Goldmünze zu und zwinkerte.

„Jawohl, Herr“, antwortete der Junge grinsend, fing die Münze und machte sich zum Schloss von Lord Colona auf.

„Und wir beide besuchen die Schwestern des Ordens, bevor wir zum Schloss gehen. Deine Komplizen haben die Kinder in der Kirche lange genug gequält!“

„Du weißt auch alles, Bursche“, sagte der Hohepriester murrend.

„Also wirklich, eine Schwester des Ordens, die den Namen des Hohepriesters angeblich nicht kennt, mir ein vermeintlich tödliches Medaillon gibt und dann noch behauptet, der Hohepriester sei Tod, obwohl ich genau wusste, dass ein Hohepriester einen magischen Pakt eingeht und bei einem Todesfall sofort Lord Colona durch den Pakt informiert wird … für wen haltet ihr mich, Meister Meruem? Und dass ihr meinen Namen erwähnt habe, als ich mein Pferd suchte, war auch nicht weise.“

„Ich habe dich während deiner Ausbildung wohl zu oft Bursche genannt, was?“, antwortete mein ehemaliger und inzwischen abtrünniger Lehrmeister.

„Ich habe es nicht vermisst und jetzt schweigt, ich will keine weiteren Lügenmärchen von euch hören“, sagte ich und legte einen Bann über ihn, der ihm am Sprechen und Zaubern hinderte.

 

Wenn sie nicht gestorben sind Colonarisieren sie noch heute.

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Veröffentlicht : 19/04/2020 11:58 am
Timba
(@timba)
Mitglied Admin

Ich nehme das Amulett an mich und packe es in meine Hosentasche. Es fühlt sich schwer an und strahlt ein wenig Wärme aus. Ich lasse den Blick noch einmal sorgevolle durch den Raum schweifen und blinzle mir die Feuchtigkeit aus den Augen. „Ich komme wieder“ sage ich der Priesterin und verlasse die einstige Kirche.

Ich stehe vor dem Haus der Götter, die Stadt wirkt sehr bedrohlich, der Himmel einschüchternd. Schwarze Rauchwolken ziehen am Himmel vorbei, Krähenschwärme ziehen durch die Lüfte. Ich sah den Krähen nach, Schwärme von mehreren hunderten, großen, schwarzen Vögeln, sie zogen alle Richtung Norden. Die Quelle des Unheils könnte dort sein, vermutete ich. Ich schulterte meinen Stab und zog den Boten des Todes hinterher.

Das beklemmende Gefühl beobachtet zu werden wich nicht von meiner Seite. Die schwarzen Fenster säumten meinen Weg, sahen aus wie die Augenhöhlen eines Totenschädels. Vereinzelt blitzte die helle Silhouette eines Bewohners auf, ansonsten war jedes Leben aus der Stadt verschwunden.

Ich trat auf ein Tor der Wachen zu und schaute mich um. Ich sah mehrere Soldaten im Gebäude wie sie sich am Feuer wärmten. Die Tür war offen und mir eilte ein Soldat entgegen. Seine Uniform war grau und verschmutzt, keines der sonst so schönen Abzeichen rühmte seine Rüstungsteile. Ein Schwert hing in einer kaputten Scheide. Sein nervöser Blick huschte zwischen den Gebäuden hin und her, sein Haar war fettig und er hatte einen säuerlichen Atem.

„Herr, was wollt ihr hier?“ sprach er mich an und kam vor mir zu stehen. Er war zu nah, sein übler Geruch stach mir in die Nase, ich trat einen Schritt zurück und rümpfte die Nase.
„Mit wäre es sehr recht, wenn ihr nicht näherkommen würdet, wer weiß welch üble Krankheit diese Stadt befallen hat? “ Antwortete ich Ihm.

Er spukte aus „Haltet euch für was Besseres, he? Wo kommt ihr her? Was wollt ihr hier? Vielleicht seid ihr dieses Übel aus dem Norden? Das alles und jeden verzaubert und ihm den Tod bringt?“ Ich hatte genug gehört, ich dreht mich um ohne ihm noch einmal einen Blick zu würdigen und machte mich wieder auf den Weg in Richtung Norden. Er rannte mir nach und versuchte mir den Weg zu versperren. „Hauptmann, Wachen kommt schnell. Er muss es sein, er muss der Unheilbringer sein. Er, der die ganze Stadt verflucht und uns den Tod bringt.“

Sofort rannten 5 weitere Wachen aus dem Haus, mit gezücktem Schwert. Ich blieb stehen und drehte mich zu Ihnen um als ich das Geräusch spannender Bogensehnen hörte. Drei weitere Wachen waren erschienen und zielten mit angelegten Pfeilen auf mich. Nun trat der Hauptmann hervor. Ein imposantes Schwert hing um seine Schultern. Er schritt lässig auf mich zu. Ein dichter Bart säumte sein breites Grinsen. „Wenn das nicht unser alter Freund Timba ist.“

Die Wachen steckten ihre Waffen weg und die Bögen wurden gesenkt. Hauptmann Bronn kam auf mich zu und seine mächtige Hand landete auf meine Schulter. Sein schallendes Gelächter erklang in der Stadt und scheuchte auch noch die letzten Raben auf. Wir kannten uns aus der der großen Schlacht der Hexer. Dort zogen die Armeen von Verra gegen die Hexer aus dem Finsterwald und vernichteten diese in einer blutigen Schlacht in der tausende ihr Leben gaben.

Bronn erzählt mir von dem Schicksals Colonas und er klärte mir das weiter im Norden der Stadt keiner mehr lebte und der der Teil der Stadt vollkommen verlassen wäre. Die letzten Flüchtlinge aus dem Teil waren bereits gestorben. Sie erkrankten an verschiedenen Symptomen einer Lungenkrankheit, die einem Fluch aus dem alten Krieg ähnlich war.

Ich trank meinen Becher Met aus und machte mich auf aus dem Wachtor zu gehen, mich dem Unheil zu stellen. Als mich Bronn zurückhielt. „Du weißt das es nach einem Hexer aussieht? Und dass du allein keine Chance hast? Ich komme mit.“. Ich sah ihn abschätzend an „Nach den Kriegen, wollte ich nicht mehr das wegen meiner Schwäche so viele Menschen sterben müssen. Deswegen habe ich gelernt und bin nun stärker als alles was du je gesehen hast. Meinst du wenn der nördliche Teil nicht mehr existiert, wäre das Problem mit dem Hexer gelöst? Wenn ja dann gibt mir ein paar Stunden und ich werde das Unheil von der Welt bannen.“

Er schaut mich lange an bevor er etwas sagt und nickt langsam. „Dort herrscht nur noch der Tod, nichts was dort noch ist kann uns helfen, sondern macht es schlimmer. Wenn wir das Übel im Ganzen vernichten können, sind wir gerettet.“

Ich nickte und holte meinen Stab hervor. Er schimmerte rötlich im Dunkel der Abendsonne, ein leichtes Pulsieren ging von den Steinen am Kopf des Stabes aus. Er freute sich auf seine bevorstehende Aufgabe. Ich instruierte die Männer, dass ich bis zur Vollendung Schutz bräuchte und sie schworen mir mich mit ihrem Leben zu beschützen sofern ich es schaffen sollte das Unheil zu tilgen.

Ich stand nun in mitten der Kaserne, den Talisman hatte ich mir um den Hals gelegt, ein wenig Magie strömt aus ihm heraus. Er bildete eine kleine Barriere, sie würde keinen physischen Schaden abhalten aber mich vor den magischen Einflüssen des Hexers bewahren. Ich fing an mich zu konzentrieren, mein Stab schwebte vor mir. Die Steine am Kopf stoben auseinander und leuchteten nur in einem kräftigem, dunklem rot. Sie drehten sich um den Stab und bildeten Muster und Formen. Feine magische Linien bildeten sich zu meinen Füßen unter dem Stab. Wie giftige Schlangen züngelten Sie über den Boden und verbanden sich miteinander. Sobald sie einen Kreis abgeschlossen hatten fing er an sanft zu glühen. Der nächste Kreis bildete sich und verband sich mit den ersten, ein Farbverlauf entstand und brannte sich mir in die Netzhaut. Der Anfang war getan.

Ein lautes Schreien und Aufstöhnen in der Stadt ertönten, es zeigte, dass der Hexer im Norden meine Magie bemerkt hatte und auf uns aufmerksam wurde. Die Luft wurde merklich kühler und der Windschwoll an. Ein Kratzen erklang in den Straßen das Schreien tausende Krähen schwoll an und wurde unbeschreiblich laut. Die Angst war den Soldaten ins Gesicht geschrieben worden. Nur Bronn stand mit gelassener Mine da und zog sein Schwert. „Endlich bekommen auch wir etwas zu tun und können es diesem Bastard zeigen. Colona ist unsere Stadt und wir werden jeden Toten dieser Stadt hundertfach rächen. Männer reißt euch zusammen, egal was kommen mag haltet durch. Metzelt es nieder. Beschützt unsere Magier und wir werden unsere Stadt zurückerobern.“

Oder was von ihr übrig bleibt, schoss es mir durch den Kopf. Ich achtete nicht weiter auf die Männer, sondern widmete mich wieder meinen Bannkreisen. Der dritte war geschaffen, er umfasst mittlerweile fast 90 Fuß. Die nächsten Linien peitschten über den Boden als die ersten Kreaturen aus der Dämmerung schossen. Es waren Missbildungen der gestorbenen Tiere, Hunde und Katzen rannten oder krochen auf die Männer zu. Das Fleisch hing ihnen in Fetzen von den Knochen. Ein widerlicher Geruch von Verwesung stieg einem in die Nase.

Die Männer schlugen und hakten mit ihren Schwertern auf die verwesenden untoten Tiere ein. Fackeln wurden nach außen geworfen und erhellten so den Schauplatz des Grauens. Immer mehr Wesen aus moderigem Fleisch erschienen, Vögel fielen aus dem Himmel herab und starben im Flug, nur um noch mit ihrem letzten, nicht lebendigen Atemzug einmal nach dem Magier zu haken. Sie versuchten mit Krallen und Zähnen die Soldaten zu fall zu bringen und die Masse an Tieren hört nicht auf.

Ein Brüllen Bronns ließ mich aufblicken, er stand mit breit gespreizten Beinen wenige Fuß hinter mir und hatte sein Schwert angriffsbereit gezogen. Ein leichtes Schimmern umgab seine Klinge. „Ah die geweihte Klinge des Ordens.“ Ich musste schmunzeln und beobachtete gebannt wir Bronn zum Angriff überging. Sein Schwert schnitt durch die Untoten wie durch Papier, sie vielen zu Dutzenden mit einem Schwerthieb. Doch die schiere Masse an Kreaturen schien kein Ende zu nehmen

Der fünfte Bannkreis war geschaffen und umfasste schon 800 Fuß - noch zu wenig, dachte ich. Ich konzentrierte mich und berührte meinen Stab, ein leises Summen ertönte. Weitere Steine lösten sich aus dem Stab und fingen an zu schweben und um den Stab zu kreisen, ein orangener Schimmer breitete sich um mich herum aus. Immer mehr Linien bildeten sich nun am Boden immer schneller, schlossen sich die Kreise in den Kreisen.

Die ersten Männer knickten unter der schieren Masse an Tiere ein. Und lagen wimmernd am Boden, sie wurden von den nachkommenden Wesen zerfleischt. Der neunte Kreis war geschaffen, 20000 Fuß im Durchmesser. Die Kreise zogen sich wieder zusammen in Richtung Stab, erst langsam, dann immer schneller. Die Männer beobachteten voller Entsetzen das Schauspiel und verstanden nicht das es geschafft war. Den Zauber den ich über ein paar Stunden gewoben hatte war geschaffen.

Plötzlich war es still, der Wind hörte auf zu pfeifen, die untoten Tiere hörten auf sich zu bewegen und warteten gespannt auf das nächste Ereignis. Die Soldaten schauten sich angsterfüllt um und starrten gespannt auf die untoten Horden, die warteten.

Plötzlich begannen die Wolken im Norden der Stadt sich zu drehen, und bildeten einen riesigen Strudel, der in der Mitte gelblich gefärbt war und nach außen in ein tiefes rot überging. Die Bannlinien, die vor wenigen Augenblicken noch auf den Boden waren, bildeten sich nun mit atemberaubender Geschwindigkeit im Himmel unterhalb des Strudels. Eine Linie nach der anderen tauchte in der Luft auf, als hätte man glühendes Metall in den Himmel gestanzt.

Es schien als würde die Welt stillstehen, alle Augen richten sich auf die immer wieder aufflammenden Bannkreise. Dann brach die Hölle auf Erden ein. Ein dünner Flammenstrahl schoss durch den ersten Ring auf den Boden zu. Kaum war auf den Boden geschlagen breitete er sich aus und schwoll zum nächsten Ring an. In drei Atemzügen waren alle 9 Ringe mit der grellen Flammensäule erfüllt. Die Luft in der Stadt war plötzlich brennend heiß und jeder musste sich von der Flammensäule abwenden, um nicht zu erblinden. Ein Sog entstand und schluckte alle Geräusche und ließ jeden nach Atmen ringen. Dann war es vorbei.

Ich ließ mich schwer atmend auf den Stab fallen, ich hatte keine Kraft mehr. Ich schaute hoch und sah in die schrecken geweiteten Augen der Männer. Selbst Bronn stand die Angst ins Gesicht geschrieben. Er starrte mich angsterfüllt an und sprach mit leiser, zitternder Stimme. „Was ist aus dir geworden. Woher hast du so viel Macht, um ganze Städte zu zerstören?“.

Ich richtete mich auf und ergriff meinen Stab, die Steine waren wieder an ihren ursprünglichen Platz und schimmerten bläulich vor sich hin. Ich atmete tief durch und betrachtete die durch mich hervorgerufene Zerstörung.

21000 Fuß war der Krater groß, verbrannte Asche regnete vom Himmel und bedeckte alles mit einer weißen Schicht. Mit blieb keine Wahl dachte ich und drehte mich um. Ich ging in Richtung Kirche, die Männer starr vor Angst beachtete mich gar nicht weiter, sondern hatten nur noch Augen für die große gähnende Leere, die nun den Norden der Stadt säumte.

Die Stille die nun in der Stadt herrschte war noch beängstigender als vor dem Hexer. Ich zog das Amulett ab und hing es an die Hand der Göttin vor der Kirche, in Gedanken sprach ich mein Gebet an die Kinder und verließ die Stadt, ohne noch mal zurückzuschauen.

 

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Themenstarter Veröffentlicht : 19/04/2020 1:16 pm
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